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ADS steht für Aufmerksamkeitsdefizitstörung und bezeichnet eine neurobiologisch bedingte Störung, die durch erhebliche Beeinträchtigungen der Konzentration und Daueraufmerksamkeit, durch Störungen der Impulskontrolle und der emotionalen Regulation gekennzeichnet ist. Zusätzlich kann eine motorische Hyperaktivität bzw. Unruhe auftreten (ADHS). Vor allem eine unbehandelte ADS/ADHS kann störendes Verhalten in Schule, Familie und Freizeit, starke Verträumtheit, Entwicklungs- und Lernstörungen, in einigen Fällen auch delinquentes Verhalten und später auch Suchterkrankungen, Depressionen, Angststörungen und andere psychische Symptome oder Beziehungs- und Verhaltensstörungen hervorrufen.
Der Beginn dieser Symptome liegt meist im Kindesalter. Die Symptome müssen sehr ausgeprägt sein, die persönliche Entwicklung nachhaltig behindern, über mindestens sechs Monate hinweg anhalten und sich in unterschiedlichen Lebenslagen (Kindergarten, Schule, Freizeit, Familie und Arbeitsplatz) manifestieren.
Verlauf: Lange wurde die ADS/ADHS als eine auf das Kindesalter beschränkte Entwicklungsstörung höherer Hirnfunktionen betrachtet. Es zeigt sich aber, dass ADS in bis zu 50% aller Fälle im Erwachsenenalter weiter besteht. Die hyperkinetische Symptomatik verschwindet zwar häufig, die Aufmerksamkeitsprobleme (Zerstreutheit, Planungsprobleme, schlechtes Zeitgefühl usw.), die emotionalen Störungen (Stimmungsschwankun- gen, innere Unruhe, Hypersensibilität) und die Impulsivität halten hingegen an. Die Symptome können andere psychische Erkrankungen wie Depressionen, Sucht- und Angsterkrankungen hervorrufen. Viele Betroffene sind andererseits sehr kreative, spontane, intelligente und originelle Persönlichkeiten.
Als Ursache für ADS/ADHS wird heute eine genetisch bedingte neurobiologische Funktionsstörung im Bereich derjenigen Hirnabschnitte angenommen, welche übergeordnete Steuerungs- und Koordinationsaufgaben in der Informationsverarbeitung des Gehirns übernehmen. Das bewirkt, dass das Gehirn unwichtige innere und äussere Reize und Impulse schlecht hemmen und ausfiltern kann (chronische Reizüberflutung) und führt schliesslich zu den bekannten Symptomen wie u.a. Ablenkbarkeit und Zappeligkeit. Untersuchungen des Gehirns von Betroffenen zeigen eine mangelnde Aktivität und Dysregulation in gewissen Bereichen der Neurotransmittersysteme von Dopamin, Noradrenalin. Dies wiederum erklärt die positive Wirkung der medikamentösen Therapie mit Stimulanzien. Diese Medikamente können die neuronale Aktivität in den betroffenen Hirnabschnitten normalisieren und verbessern so die Filter- und Hemmfunktionen des Gehirns.
Die Diagnose wird durch die Erhebung der persönlichen und familiären Lebensgeschichte und die Verwendung strukturierter Fragebögen vor allem klinisch gestellt. Das Ziel der Therapien besteht vor allem darin, das vorhandene individuelle Potential besser auszuschöpfen, die oft mangelnde sozialen Kompetenzen aufzubauen und das Selbstwertgefühl der Betroffenen zu verbessern. Die Behandlung hat sehr individuell abgestimmt zu erfolgen und kann sich über mehrere Jahre erstrecken. Am meisten Erfolg hat eine medikamentöse Behandlung in Kombination mit einer Verhaltenstherapie. Nach Dipl.-Psych. P. Rossi. Weitere Informationen finden Sie unter: www.adhs.ch
Das internationale diagnostische Manual psychischer Störungen (DSM-IV) fordert folgende diagnostische Kriterien für die ADS/ADHS:
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Unaufmerksamkeit |
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Konzentrationsschwäche, Vergesslichkeit, Flüchtigkeit; |
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Mühe mit der Daueraufmerksamkeit; |
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Schwierigkeit zuzuhören; |
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Mühe mit Anleitungen und bei alltäglichen Verrichtungen, Mühe Sachen zu Ende zu bringen; |
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Mühe, sich länger geistig anzustrengen; |
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Häufiges Verlieren und Verlegen; |
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Probleme, sich selber zu organisieren; |
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Leichte Ablenkbarkeit durch äussere Reize; |
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Ist im Alltag übermässig vergesslich.
Hyperaktivität und Impulsivität |
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Ständige Unruhe in Händen und Füssen (Zappeligkeit); |
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Mühe, ruhig sitzen zu bleiben; |
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«Zappelphilipp» (bei Erwachsenen innere Unruhe); |
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Innerlich wie von einem Motor angetrieben; |
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Übermässiges Reden; |
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Antworten, bevor Frage vollständig gestellt wurde; |
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Kann nur schwer warten; |
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Störendes Verhalten gegenüber anderen. |
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