Tipps

Überlegen Sie was Sie gern ändern möchten

  Schreiben Sie Dinge auf die Sie gern ändern möchten und bewerten Sie sie. Sie können dazu das beiliegende Arbeitsblatt verwenden.
  Setzen Sie Prioritäten
  Nehmen Sie sich für jeden Punkt genug Zeit zum angewöhnen.
  Nehmen Sie sich immer nur eins nach dem Anderen vor

Trainieren Sie Ihr Zeitgefühl
Viele ADHS-Betroffene haben ein schlechtes Zeitgefühl. Der gefährlichste Satz für die Betroffenen ist: „Ich mach noch schnell". Das kann dann schnell mal 15 statt der vorhandenen 5 Minuten dauern.

  Nehmen Sie sich eine Stoppuhr und messen Sie die Zeit die Sie für Alltagsdinge benötigen: z. B. Duschen 15 Min; Küche nach dem Mittag aufräumen 25 Min; zum Bankomat fahren 35 Min. etc.

Tipps für den Arbeitsplatz
Der Arbeitsalltag kann durch ADHS sehr belastet werden. Deshalb ist es wichtig herauszufinden ob man den richtigen Beruf oder den richtigen Job hat.
Manchmal sind es aber auch schon Kleinigkeiten die den Betroffenen Stress bereiten. Da kann man versuchen Abhilfe zu schaffen und eventuell mit wenig Aufwand bereits eine Verbesserung erreichen:
 

  Wenn der Arbeitsplatz an einen unruhigen Ort ist, überlegen, ob ein Wechsel möglich ist. Z.B. in einem Grossraumbüro einen Platz in einer Ecke.
  Klare Abmachungen treffen und schriftlich festhalten.
  Erinnerungsfunktionen suchen (Terminplaner, Natel, Outlook, farbige Postichzettel, etc.)
  Ein Ablagesystem entwickeln, dass einem entspricht. Z.B. mit farbigen Mäppchen oder speziellen Ablagekörben.

Sollte für diese Änderungen ein Gespräch mit dem Chef nötig sein, ist es wichtig sich gut darauf vorzubereiten. Dabei sollten Sie sich notieren welche positiven Folgen eine Veränderung des Arbeitsplatzes auf Ihre Arbeitsleistung hat.

Tipps für die Partnerschaft…

..für Betroffene

  Wenn Sie sich als Betroffene, als Betroffener gemeinsam mit Ihrem Partner, Ihrer Partnerin auf dem Weg aus dem durch das, wegen der ADHS, entstandene „Lebenschaos" machen, dann sagen Sie ihrem Partner, ihrer Partnerin dafür : „Danke"
  ADHS erzeugt Stress für Sie als Betroffenen, aber auch für Ihr Umfeld. Nicht selten übernimmt der nicht betroffene Partner die Verantwortung für alle Aufgaben, nur damit nichts unerledigt bleibt.
  Es ist sehr wichtig, dass Sie als Betroffener, als Betroffene die Verantwortung für Ihre ADHS selbst übernehmen: „Ich habe zwar ADHS und kann aus diesem Grund nicht alles so erledigen wie es erwartet wird, aber ich will daran arbeiten und Strategien entwickeln, dass sich meine Lebensqualität steigert und mein Umfeld davon auch profitiert."
  Wenn Sie herausgefunden haben, wo ihre Stärken liegen, können Sie diese auch bei der Aufgabenverteilung in der Partnerschaft einsetzten.

…für die Partner, die Partnerinnen

  Die Betroffenen sind auf Verständnis angewiesen, besonders weil es für die Nichtbetroffenen oft nicht einfach ist die Betroffenen und ihre Reaktionen zu verstehen.
  Haben Sie Geduld mit Ihrem Partner, Ihrer Partnerin. ADHS-Betroffene brauchen viel Übung bis sie eine neue Gewohnheit verinnerlicht haben und dabei gibt es immer wieder Rückschritte. Aber es lohnt sich dran zu bleiben. Darum loben Sie ihren Partner, ihre Partnerin für jeden kleinen Fortschritt. Achten Sie vermehrt auf die positiven Seiten die oft nur verschüttet sind.
  Lesen Sie gemeinsam mit Ihrem Partner, Ihrer Partnerin ADHS-Ratgeber und versuchen Sie herauszufinden welche Strategien in Ihrer Partnerschaft am besten funktionieren würden.
  Wenn es nötig ist, suchen auch Sie Unterstützung bei einer Fachperson. Vielleicht bietet die behandelnde Fachperson ihres Partners, ihrer Partnerin ja auch eine Familientherapie an.
  Erinnern Sie sich daran welche Eigenschaften dazu geführt haben, dass Sie sich in Ihren Partner, ihrer Partnerin verliebt haben. Diese Eigenschaften sind sicher noch da, vielleicht mit anderen Auswirkungen. Versuchen Sie herauszufinden, ob hinter diesen Eigenschaften nicht auch Stärken stecken.

Worauf Sie sonst noch achten sollten

  Wenn etwas Unerwartetes Ihr Leben wieder mal durchschüttelt, nicht aufgeben, sondern daran denken was Sie schon alles geschafft haben.
  Überlegen Sie sich was Sie alles für andere Menschen tun! Das können Sie auch für sich selber schaffen.
  Sie müssen nicht alles allein schaffen, holen Sie sich professionelle Hilfe.

Erholung ist wichtig
Das Leben mit ADHS braucht viel Energie. Deshalb ist es wichtig, dass Sie sich genug Zeit nehmen um wieder Kraft zu tanken:

  Überlegen Sie sich was Ihnen gut tut. Z.B. ein Spaziergang, einen Film schauen
  Packen Sie sich eine „Time out box". Das ist eine Tasche oder ein Schachtel in welche Sie Dinge tun die Ihnen helfen sich zu entspannen und die Sie so schnell zur Hand haben: Z.B Eine CD, ein Schockistengel, eine DVD, ein Buch, ein Portemonnaie mit genug Geld um einen Kaffee trinken zu gehen, ein paar Telefonnummern von Freunden, etc.

Sie können dazu das beiliegende Arbeitsblatt verwenden.